Eldorado – Die Guatavita Lagune

Zur Amtseinführung des Häuptlings der Muiscas soll dieser nackt und Gold bestäubt mit einem goldenen Floß über einer runden See gefahren, mehrere Prüfungen durchstanden und Goldgestände und Smaragde ins Wasser geworfen haben, um sich anschließend im Wasser zu reinigen. Oder so ähnlich. Auf jeden Fall bestärkte diese Legende die spanischen Konquesdatoren in ihrer Suche nach dem heiligen Goldland Eldorado. Mit der Laguna Guatavita meinte man, diesen Ort gefunden zu haben und wurde mit einigen Schatzfunden belohnt. Es wurde sogar versucht, den 25 Meter kreisrunden See leer zu pumpen, dabei erstarrte aber alles im Schlamm. Es liegt also noch unten.
Heute ist rund um den See auf 3000 Meter Höhe ein kleiner Naturschutzpark, den man nur mit Führung erkunden kann. Mit ÖPNV war die Anfahrt von Nemocon, einer weiteren Salzstadt ein wenig tricky, als wir endlich ankamen, erwartete uns ein freundlicher Kolumbianer am Ticketschalter und kündigte an, dass unser Timing super sei, denn die nächste Englisch sprachige Führung beginne just in 5 Minuten… dabei waren wir weit und breit die einzigen Besucher… fein. Eine Miniaturnachbildung des Floßes ist übrigens im Museo d´Oro zu bewundern…

Guatavita Laguna



Dir Landschaft erinnert an die Holst
einische Schweiz, auf 3000 Meter
Ein bisschen Schwarz-bunt
Warten auf den Bus – der einzige Kiosk weit und breit

Tag?: Zipaquirá – Catedral de sal

Schon vor 1000 Jahren haben die Ureinwohner, die Muiscas, hier (= 60 km nördlich von Bogota, wo wir schon wieder sind, weil es bald nach Hause geht😔) Salz abgebaut. 1801 gab Alexander von Humboldt mit der Fachkompetenz der Freiberger Bergbauakademie vor Ort Tipps zu Abbaumethoden, die noch bis in die 1990er befolgt wurden.
Da auch unter der Erde himmlischer Beistand gefragt ist, bauten sich die Bergleute bereits in den 50er Jahren eine Kathedrale in alte Indianerstollen, die dann 1990 aus Sicherheitsgründen geschlossen wurde. 1991 wurde schnell mit einem neuen Bau begonnen, der dann 4 Jahre später eingeweiht wurde. Und wenn man die Kolumbianer fragt, gehört dieses Bauwerk eindeutig auf der Liste der Weltwunder nach ganz oben.

Eingangstunnel 180 Meter unter der Erde, die auf 2700 Metern liegt
Das Mittelschiff – das Kreuz hat eine Höhe von 18 Meterm
eine Seitenkapelle
Nicht nur fürs geistige Wohl ist gesorgt…..

Tag 36: Stupid Foreigners

Bei Maps.me hört der Weg irgendwann auf. Wir haben uns aber nicht beirren lassen. Wenn wir uns schon mit dem Taxi auf den Gipfel zur großen Jesusstatue Criste Rey, die über Cali thront, fahren lassen, dann laufen wir wenigstens runter und schicken den irritierten Taxifahrer, der wie selbstverständlich warten wollte, rigoros weg. Wir sind doch keine Weicheier.
Schon am Anfang kamen uns dann doch leicht Bedenken, um was für einen Weg es sich handelt. Kurzum: ein steiler steiniger immer weniger sichtbarer Pfad, auf dem wir diverse Stacheldrahtzäune überwinden mussten, garniert mit der Unsicherheit, wo wir – wenn überhaupt – ankommen. Und das in einer ggf ganz vielleicht etwas gefährlichen Stadt.
Nach einundhalb Stunden und aufgeschurften Handballen – natürlich hatte ich nur Sandalen an – schleichen wir uns von hinten durch ein Obdachlosencamp, deren Bewohner uns glücklicherweise erst zu spät entdeckt haben. Welcher Idiot kommt auch schon von oben? Da war zur Abwechselung auch Thomas mal blass um die Nase.

Am Anfang waren wir noch zuversichtlich….
Sieht von unten gar nicht schlimm aus…..
Christe Rey

Tag 30 oder so: Von Jardin nach Salento

In Kolumbien kommt es oft anders als man denkt. Nach 4 Tagen kultiviertem Garmisch Patenkirchen Flair denken wir, wir kommen entspannt mit einem Collectivo nach Riosucio, um von dort den Bus nach Salento zu nehmen. Aber das wollen nach den Feiertagen so viele, dass ein massentaugliches Vehikel aus der Garage geholt wurde. 7 Sitzreihen bzw. Holzbänke mit mindestens 7 Menschen Besetzung, und der Rest kommt aufs Dach zu den Rucksäcken. Ich sitze eingequetscht neben einem Dicken und einem pubsenden Hühnertransporteur, derweil Thomas gymnastische Übungen auf dem Dach macht, um den Ästen auszuweichen. Dafür hat er eine großartige Aussicht auf bis zu 3500 Metern Höhe und für die knapp 30 km haben wir nur knapp drei Stunden gebraucht.

Im Bus
Thomas war nicht allein …
Aber wenigstens schön bunt…..

Tag 29: Jardin und seine Pferde

Pasofino ist die kolumbianische Pferderasse: klein, edler Körperbau, sehr menschenbezogen und lernwillig und… sie können mehr als Schritt, Trab und Galopp. Sie können in einer immensen Geschwindigkeit tölten: Beinchen hoch und die Hüfchen hintereinander in ganz schnellen !!!! und kleinen Schritten wieder aufsetzen. Je edler, desto schneller und höher.
Am 4.1. gibt es hier ein Pferdemeeting und in der Innenstadt wimmelt es nur so vor Reitern, die ihre Kunst zeigen: mitten in der Menschenmasse vor den Cafes und Restaurants wird getöltet was das Zeug hält und zum Kaffee- Päuschen bindet man das Pferd einfach am nächsten Stuhl an. Cowboystadt pur.

Tag 28: Jardin

Jardin ist das Garmisch-Patenkirchen von Kolumbien: Ein schöner bunter Ort für 10.000 Einwohner mit doppelt sovielen – scheinbar gut situierten – kolumbianischen Touristen auf 1700 Metern, umrahmt von 3000ern. Wirtschaftliche Grundlagen sind Kaffee, Bananen und Viehzucht …. und Pferde, Cowboyhüte und Ponchos.

Unendlich viele Cafés mit bunten Holzstühlen
Stolz der Gemeinde
Männer wippen gerne…..
Jardin

Tag 27: Kaffeemacherei

Ernten, Entkernen, Entpellen, Waschen, Trocknen, Rösten. Das sind die wesentlichen Schritte zu einem leckeren Hochlandkaffee.
Wir haben heute eine Kaffee Finca besucht und mühsam unseren Kaffee geerntet. Thomas war der Erntehelfer des Tages mit Kaffeefrüchten für 20 Tassen Kaffee.

Reife Kaffeefrüchte
Kaffeeernte mit Körbchen
Mitarbeiter des Tages
Entkernen
KaffeePlantagen auf knapp 2000 Meter

Tag 26: Medellin

Es ist Neujahr und wir wollen mal ordentlich auf Kultur machen: Botanischer Garten und Museum für moderne Kunst. Nix da, alles zu. Also wenn man Kolumbien mal leise erleben möchte, dann am 1. Januar. So konnten wir in Ruhe durch das Stadtzentrum schlendern und den Architekturmix der Stadt einatmen.

Gouverneursgebäude, 19. Jahrhundert und die Hochbahn aus den 90er des 20. Jahrhunderts
Feinste 20er
Botero Skulpturen
Das moderne Zentrum

Tag 24: Unsere Pension in Santa Fe

Berichte über Unterkünfte sind eigentlich kein Highlight für Reiseblogs. Unsere Unterkunft in einem alten Kolonialhaus kann aber eine Extra Würdigung gut vertragen. Bei „Hosteria de la abuela – Herberge bei Oma“ ist der Name ein bisschen auch Programm. Wir werden mit großer Herzlichkeit aufgenommen und verstehen uns trotz eines Spanisch- Textverständnis von durchschnittlich 10 % auf Anhieb. Den Abend verbringen wir auf bequemen Plastikstühlen vor dem Haus, um gemeinsam auf einen Umzug, mit dem die bösen Geister vertrieben werden sollen, zu warten.
Der Umzug war ein Umzüg*chen. Aber wir haben bei bester kolumbianischer Abendstimmung einen bezaubernden Abend verbracht und für die Geister hat es trotzdem gereicht. Weg sind sie.

Zum Umzug tragen alle Masken

Tag 24 und 25: Santa Fe de Antioquia

Weil Santa Fe de Antioquia am Rio Cauca liegt und die Spanier den Wasserweg für ihre Goldtransporte benötigten, haben sie hier 1538 ihre erste Stadt gebaut. Also wieder eine schicke alte Kolonialstadt, schlichter als Cartagena, aber mit vielen Kirchen, hier noch garniert mit allerlei echten Cowboys, die durch die Stadt traben und – im Gegensatz zu Medellin – gutem Wetter.