Viele Vélodyssée-Fahrer lassen Bayonne links liegen – so kurz vor dem Ziel will man offenbar nur noch nach Biarritz und ins wohlverdiente Finale rollen. Ein Sakrileg, wenn man mich fragt. Denn Bayonne ist ein mittelalterliches Schatzkästchen der Superlative, ein Traum in Blau, Rot und Grün.
Die Farben der Fensterläden und Fachwerkbalken sind typisch fürs Baskenland. Die Häuser selbst sind spektakulär hoch und erstaunlich schmal. Der Platz innerhalb der Stadtmauern war kostbar, also wurde eben nach oben gebaut – für Menschen, Handel und allerlei Waren. Wir haben für zwei Nächte eine klitzekleine Fereinwohnung – mitten in der Altstadt. (Wie schön, mal wieder in einem richtigen Bett zu liegen – vor allem schön breit)
Dazu gibt es mit der Kathedrale Saint-Marie eine gewaltige gotische Kirche samt zauberhaftem Kreuzgang, ein sehenswertes Kunstmuseum und sogar ein Kaufhaus, das sich auch in Paris nicht verstecken müsste. Leider. Aber gut – wir sind ja fast am Ende der Reise und irgendwo ist wohl noch Platz in den Satteltaschen.







Extra-Tipp: Im Kunstmuseum hängen zahlreiche Werke von Léon Bonnat, einem Sohn der Stadt und gefeierten Porträtmaler der Belle Époque. Wer damals Rang, Namen und ausreichend Vermögen besaß, ließ sich von ihm verewigen. So spaziert man dort heute nicht nur vorbei an Werken von Peter Paul Rubens und Co (ja, die hängen da), viel interessanter fand ich eben diese Vertreter der Pariser High Society jener Zeit: Bankiers, Industrielle, Adelige und andere Menschen, die vermutlich nie im Leben ihr Fahrrad selbst einen Berg hinaufgeschoben haben. Und das alles in einem prachtvollen Stadtpalais, das heute das Kunstmuseum beherbergt.




































