Bis gestern war „Ästuar“ für mich ein Wort aus der Kategorie „schon mal gehört, sofort wieder vergessen“. Die Elbe hat eins, die Themse auch und hier bei der Gironde ist es/sie gleich ein besonders beeindruckend. Es ist eine breite Flussmündung, und der Süß- auf Salzwasser treffen aber eben kein Delta mit verschiedenen Flussarmen. Royan ist sie stolze zwölf Kilometer breit.
Mit der Fähre geht es für zehn Euro samt Fahrrad entspannt hinüber. Von vier Fahrzeugdecks gehört eines ganz den Radlern. Dreißig Minuten später spuckt uns das Schiff in Le Verdon-sur-Mer aus, wo ein herrlicher Picknickplatz bereits auf uns und unser Mittagsessen wartet.
Und doch beschäftigt mich eine Frage: Warum heißt das Ding eigentlich Ästuar, wenn es so konsequent auf Äste und Verzweigungen verzichtet? Sprachgeschichte ist manchmal wirklich ein seltsames Gewässer.









































