Der Tag beginnt mit Sonne. Viel Sonne. Dazu ein phänomenaler Strand und ausgesprochen nette Nachbarn aus England, die uns ungefragt ihre Campingstühle anbieten. Offenbar strahlen wir eine Mischung aus Hilfsbedürftigkeit und Sympathie aus.
Überhaupt scheinen wir auf dem Campingplatz eine kleine Attraktion zu sein. Überall Camper. Überall Wohnmobile. Überall Boomer. Und mittendrin: die beiden Ollen mit dem einzigen Zelt weit und breit. Man wird beäugt wie eine seltene Vogelart.
Bei der Abfahrt sorgt die Rezeption für den nächsten kleinen Kulturschock. Der Mann an der Rezeption freut sich tatsächlich, dass wir überhaupt bezahlen wollen. Zehn Euro wären fällig gewesen. Wir runden auf fünfzehn auf. D
Im Hafen von Roscoff kann man kostenlos parken. Als ordentliche Deutsche kann ich das natürlich nicht einfach glauben und marschiere pflichtbewusst zur Hafenverwaltung. Dort schaut man mich etwas erstaunt an und erklärt, dass das Parken selbstverständlich kostenlos sei. Es störe doch niemanden. So einfach kann die Welt außerhalb Deutschlands manchmal sein.
Die späte Ankunft vom Vorabend fordert allerdings ihren Tribut. Bis wir tatsächlich startklar sind, ist es schon fast Mittag.
Dann geht es endlich los.
Die Fahrräder sind erstaunlich gut bepackt. Vor allem sind sie erstaunlich schwer. Der Wind bläst, die Hügel steigen an, und schon nach kurzer Zeit hauen uns Bretagne und Physik gemeinsam ordentlich um die Ohren. Die Erkenntnis des Tages: Man muss nicht gleich am ersten Tag den Helden spielen.
Also treffen wir eine spontane und ausgesprochen vernünftige Entscheidung: Morlaix. Hotel. Dusche. Bett.
Langsam reinkommen ist schließlich auch eine Strategie.



















































