St. Nazaire

St. Nazaire ist eine dieser Städte, die man leicht übersieht. Uns hat sie überrascht: mit kreativer Stadtgestaltung, Kunst an unerwarteten Orten und einer Hinterlassenschaft der Deutschen, die schlicht nicht kaputtzukriegen war – dem U-Boot-Bunker aus einer halben Million Tonnen Beton.

Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg zu 85 Prozent von den Alliierten zerstört. Der Bunker blieb.

Und was macht man mit so einer Hinterlassenschaft? Man öffnet sie und lässt sie offen. Man nutzt sie als Kletterraum, setzt sie spektakulär in Szene und baut Museen hinein.

Am Abend haben wir den Koloss fast für uns allein. Wir streifen durch die riesigen Hallen, zwischen Beton, Licht und Geschichte.

Und falls Ihr euch fragt: Nein, es riecht dort nicht nach Pipi und es liegt auch kein Müll rum.

Tag 2: Morlaix – Carhaix

Es regnet von feinsten. Leichter Nieselregen schwillt an, baut sich zum vernünftigen Strippenregen auf um dann wieder in feine Tröofelei abzuflauen. Das Grau im Himmel schwindet nicht. Dazu 400 Höhenmeter. Nach der ersten kurzen Strecke am ersten Tag meldet sich die innere Reiseleitung, ob das tatsächlich ein Vergnügen wird – wird es.

Zur Versöhnung waren die Hügel doch erstaunlich liebevoll zu uns. 

Wir  fahren auf einer alten Zugtrasse durch den regennassen Wald. Vorbei an verlassenen Bahnhöfen und wieder bewohnten Bahnwärterhäuschen. Das entschädigt für das Wetter. 

Im Finale empfängt uns  Carhaix auf dem kommunalen Campingplatz mit einer großen Portion Freundlichkeit und einer netten Alternativen zum Zelt.