Die Hitze brüllt. In León verkündet das Schild über der Pharmacie ungerührt: 40 Grad. Radfahren? Nicht diskutabel. In Bayonne wartet eine Ferienwohnung und in Biarritz ein heiß begehrter TGV-Sitzplatz samt Fahrradstellplatz. Also wird nicht debattiert, sondern geschwitzt.
Der Plan: früh los, lange Mittagspause, danach entspannt weiter. Der Wettergott hatte allerdings andere Ideen. Statt nachmittäglicher Abkühlung dreht die Hitze im Laufe des Tages erst richtig auf.
Zum Meer gehen wir inzwischen zu den vernünftigen Zeiten: mittags oder abends um acht. Der Atlantik ist herrlich kalt, die Wellen erstaunlich zahm. Und wir perfektionieren die hohe Kunst des Mikroklimatologie. Wir erkennen mittlerweile zuverlässig die feinen Unterschiede zwischen altem Pinienwald, junger und mittelalter Schonung. Keine Frage, wer hier unser heimlicher Favorit ist: alter Wald. Kühler, würdevoller und mit deutlich besseren Manieren als diese 40 Grad.

